Kann ein Affe Musik machen?

Diese Frage ist wesentlich schwieriger zu beantworten als man unmittelbar glauben sollte. Die Versuchung ist natürlich groß dabei einfach von der Hüfte zu schießen, à la: “na klar, warum denn nicht”? Oder „was man so im Radio hört, ganz bestimmt…“ Ernsthaft gemeinte, oder sogar wissenschaftlich hieb- und stichfeste Antworten dagegen sind nicht so einfach zu finden. Da müssten wir wohl damit anfangen zu definieren was Musik denn eigentlich ist.

Der Duden sagt, Musik ist ein Substantiv. Aha. Ansonsten, laut Duden, ist Musik „die Kunst, Töne in bestimmter Gesetzmäßigkeit hinsichtlich Rhythmus, Melodie und Harmonie zu ordnen.“

Also Kunst mit Tönen. Na, war doch nicht so schwer, oder?

Banjospieler mit Banjo voran Holzwand

Kann der Affe das, oder nicht?

Wenn du einem Schimpansen eine Schreibmaschine gibst, und er unendlich viel Zeit zur Verfügung hätte, würde der letzten Endes sämtliche Werke von Shakespeare reproduzieren. Das ergibt sich mathematisch gesehen da wir eine beschränkte Anzahl von Buchstaben haben. Die Menge von möglichen Kombinationen ist gigantisch, aber doch endlich. Und irgendwie, irgendwann, im Laufe von Jahrmillionen muss dabei „Romeo und Julia“ herauskommen. Und alle anderen Werke der Weltliteratur auch.

Singen kann ein Schimpanse nicht. Dazu fehlen ihm ganz einfach die Stimmbänder. Aber auf ein Klavier loshämmern, das kann er sehr wohl. Und so gesehen ist ein Klavier nichts anderes als eine Schreibmaschine. Also ja, der Affe kann ganz bestimmt Musik machen.

Ob du die hören willst, ist eine andere Frage.

Lärm für den einen ist musikalischer Hochgenuss für einen anderen

Musikgeschmack ist individuell. Was für einen Menschen ein herzzerschmelzender Genuss ist, kann für seinen Mitmenschen eine Höllenqual sein. Warum das so ist lässt sich schwer begreifen. Es gibt wohl allgemeine Kulturunterschiede, aber davon abgesehen so gut wie keine Regeln.

In unserer westlichen Kultur finden wir bestimmte Tonstufen schön. Das sind vor allem Terzen, Quinten und Septimen. Interessant ist, dass das Musikgenre dabei keine Rolle spielt. Diese Tonstufen gibt es sowohl bei Mozart als auch bei Motörhead. Wir empfinden diese Stufen und die daraus hervorgehenden Harmonien als angenehm.

Intervalle, die typisch für kinesische Musiktraditionen sind, empfinden wir als schrill und unangenehm.

Musikgeschmack kann gelernt werden

Wie und warum bestimmte Menschen einen bestimmten Musikgeschmack erwerben ist nicht so einfach zu durchschauen. Musik har viel mit Gefühlen zu tun. Und Gefühle entziehen sich oft der Logik, so ist das einfach.

Zum Glück ist Musikgeschmack keine absolute Größe. Der verändert sich nämlich im Laufe des Lebens. Darüber hinaus lässt sich Musikgeschmack auch trainieren und erlernen.

Wieweit das auch für Schimpansen Musik gilt, lässt sich bestimmt diskutieren.

Notenblatt auf Klaviertasten

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